Bedeutung
Ein Trailing-Stop passt seine Auslöseschwelle an, wenn sich eine Aktie in eine günstige Richtung bewegt. Bei einem Verkaufs-Trailing-Stop für Aktien, die Sie besitzen, steigt die Schwelle, sobald der Referenzkurs ein neues Hoch erreicht, und bleibt unverändert, wenn der Kurs fällt. Ein Kauf-Trailing-Stop, der zum Schließen einer Short-Position eingesetzt werden kann, funktioniert umgekehrt: Die Schwelle sinkt mit neuen Tiefs, steigt bei einer Erholung aber nicht wieder an.
Der Abstand zur Auslöseschwelle kann als fester Betrag pro Aktie oder als Prozentsatz festgelegt werden. Welche Kurse die Schwelle nachziehen – etwa der letzte gehandelte Kurs oder ein quotierter Kurs – und wann die Order aktiv ist, richtet sich nach den Regeln des Brokers. Wird die Schwelle erreicht, wird ein Trailing-Stop in der Regel zu einer Market-Order. Der Auslösekurs ist daher kein garantierter Ausführungskurs.
Berechnung
Bei einem prozentualen Verkaufs-Trailing-Stop lautet die laufende Auslöseschwelle:
Auslöseschwelle = H × (1 − p)
Hist der höchste zulässige Referenzkurs seit Aktivierung des Trailing-Stops, in US-Dollar je Aktie.pist der prozentuale Abstand als Dezimalzahl; 5 % entsprechen beispielsweise0,05.Auslöseschwelleist der daraus berechnete Stop-Kurs in US-Dollar je Aktie, vorbehaltlich der Kursstufen und Rundungsregeln des Brokers.
Bei einem Verkaufs-Trailing-Stop mit festem Abstand in US-Dollar gilt Auslöseschwelle = H − d, wobei d den Abstand in US-Dollar je Aktie bezeichnet. Bei einem Kauf-Trailing-Stop wird das Hoch durch den niedrigsten zulässigen Referenzkurs L ersetzt: Auslöseschwelle = L × (1 + p) oder Auslöseschwelle = L + d. Das Referenzhoch beziehungsweise -tief verändert sich nur in die günstige Richtung; die Auslöseschwelle wird also nicht zurückgesetzt. Bei der Aktivierung, Rundung und Berücksichtigung von Kursen außerhalb der regulären Handelszeiten kann der Broker andere Regeln anwenden.
Rechenbeispiel
Angenommen, eine Anlegerin besitzt hypothetisch 100 Aktien und platziert einen Verkaufs-Trailing-Stop mit 5 % Abstand, während der zulässige Referenzkurs bei 100 US-Dollar je Aktie liegt. Für das Beispiel wird angenommen, dass der Broker die folgenden Kurse ohne zusätzliche Rundung verwendet.
- Bei 100 US-Dollar liegt die Auslöseschwelle bei
100 US-Dollar × (1 − 0,05) = 95 US-Dollar. - Der Referenzkurs steigt auf 110 US-Dollar. Das Hoch beträgt nun 110 US-Dollar; die Auslöseschwelle steigt auf
110 US-Dollar × 0,95 = 104,50 US-Dollar. - Der Kurs fällt auf 108 US-Dollar. Das Hoch bleibt bei 110 US-Dollar, die Auslöseschwelle also bei 104,50 US-Dollar.
- Erreicht ein zulässiger Kurs 104,50 US-Dollar, wird der Stop ausgelöst. Wird die daraus entstehende Market-Order hypothetisch zu 103 US-Dollar je Aktie ausgeführt, beträgt der Bruttoerlös
100 × 103 US-Dollar = 10.300 US-Dollarvor Handelskosten – nicht 10.450 US-Dollar.
Bei einem starken Kursrückgang über Nacht kann die Ausführung deutlich niedriger ausfallen. Auch ein Handelsstopp kann die Ausführung verzögern. Zudem kann eine ausgelöste Order nur teilweise ausgeführt werden.
Warum das vor dem Handel wichtig ist
Ein Trailing-Stop legt eine veränderliche Auslöseschwelle fest, aber keinen maximalen Verlust. Der Abstand beeinflusst, wie leicht gewöhnliche Kursschwankungen die Schwelle erreichen können: Ein kleinerer Abstand lässt weniger Spielraum, ein größerer ermöglicht eine stärkere Gegenbewegung. Keine der beiden Einstellungen garantiert ein bestimmtes Ergebnis.
Unterscheiden Sie vor der Ordererteilung zwischen Auslöseschwelle und erwartetem Ausführungskurs. Prüfen Sie die Regeln des Brokers für Referenzkurse, Handelszeiten und Ordergültigkeit. Berücksichtigen Sie außerdem die Volatilität der Aktie, die Geld-Brief-Spanne, die Liquidität und mögliche Kurslücken über Nacht. Bei einer Stop-Limit-Order wird nach dem Auslösen ein Mindestverkaufskurs beziehungsweise ein maximaler Kaufkurs festgelegt; eine Ausführung ist jedoch nicht garantiert.
So setzt PreTrAIde den Begriff ein
Aus den Produktinformationen geht nicht hervor, dass PreTrAIde Trailing-Stop-Schwellen berechnet, überwacht oder Trailing-Stop-Orders platziert. Stattdessen bewertet die Pre-Trade-Analyse einen vom Nutzer zusammengestellten Aktienkorb, bevor eine Order erteilt wird. Der Nutzer gibt für jede Position die Handelsrichtung, die Stückzahl und die Ausführungsbedingungen an. PreTrAIde liefert ein GO-, NO-GO- oder MODIFY-Urteil mit Risikoeinschätzung, einer vorgeschlagenen Ausführungsstrategie und einer verständlichen Begründung. Die quantitative Analyse schätzt Faktoren wie Geld-Brief-Spanne, Markteinfluss, Tagesvolatilität und Liquidität. Diese Faktoren können bei einer separaten Einschätzung des Ausführungsrisikos helfen, garantieren jedoch weder das Auslösen noch die Ausführung eines Trailing-Stops. Nutzer erteilen ihre Orders selbst bei ihrem Broker.
Häufige Fehler
- Die Auslöseschwelle für einen garantierten Kurs halten: Eine Market-Order kann zu einem schlechteren Kurs ausgeführt werden, insbesondere bei einer Kurslücke oder in einem wenig liquiden Markt.
- Annehmen, dass der Stop immer steigt: Das gilt für einen Verkaufs-Trailing-Stop. Ein Kauf-Trailing-Stop folgt günstigen Kursbewegungen nach unten.
- Von einem gleichbleibenden prozentualen Verlust gegenüber dem Einstiegskurs ausgehen: Die Schwelle folgt einem laufenden Referenzhoch oder -tief, nicht unbedingt dem Kaufkurs.
- Brokerspezifische Regeln übersehen: Referenzkurse, Rundung, Handelszeiten und Ordergültigkeit können beeinflussen, wann der Stop ausgelöst wird oder ob er überhaupt ausgelöst wird.