Bedeutung
Die Börse, an der eine Aktie notiert ist, legt eine reguläre Handelssitzung mit Öffnungs- und Schlusszeit fest. Diese Zeiten gelten in der lokalen Zeitzone der Börse und können sich an Feiertagen oder verkürzten Handelstagen ändern. Welche Uhrzeit Anleger an anderen Orten sehen, hängt von den Sommerzeitregelungen beider Standorte ab.
Die regulären Handelssitzungen der New York Stock Exchange und der Nasdaq finden an Handelstagen üblicherweise von 9:30 bis 16:00 Uhr Eastern Time statt. Für eine Aktie, die an einer europäischen Börse notiert ist, gelten stattdessen der Handelskalender und die Handelszeiten dieser Börse. Ein Broker kann eine Order entgegennehmen, wenn die reguläre Sitzung geschlossen ist. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Order ausgeführt wurde. Ob außerhalb der regulären Handelszeiten gehandelt werden kann, hängt vom Wertpapier, Handelsplatz, Broker und den Orderbedingungen ab.
Berechnung
Handelszeiten sind ein veröffentlichter Zeitplan und keine aus Kursen berechnete Kennzahl. Um eine Öffnungs- oder Schlusszeit in Ihre lokale Zeit umzurechnen, verwenden Sie die für den jeweiligen Tag geltenden Zeitzonen-Offsets:
Lokale Zeit = Börsenzeit + (Ihr UTC-Offset − UTC-Offset der Börse)
- Lokale Zeit: die entsprechende Uhrzeit an Ihrem Standort, in Stunden und Minuten.
- Börsenzeit: die veröffentlichte Öffnungs- oder Schlusszeit in der Zeitzone der Börse.
- Ihr UTC-Offset: die Abweichung Ihres Standorts von der koordinierten Weltzeit (UTC), in Stunden und für den jeweiligen Tag.
- UTC-Offset der Börse: die Abweichung des Börsenstandorts von UTC, in Stunden und für den jeweiligen Tag.
Ein negativer UTC-Offset bedeutet, dass der Standort zeitlich hinter UTC liegt. Die Formel dient der Umrechnung von Uhrzeiten, nicht dazu festzustellen, ob eine Börse geöffnet ist. Prüfen Sie zuerst den Handelskalender, einschließlich Feiertagen und verkürzten Handelstagen.
Rechenbeispiel
Angenommen, eine hypothetische Börse hat an einem bestimmten Tag von 9:00 bis 16:00 Uhr geöffnet und liegt in einer Zeitzone mit UTC−5. Der Standort eines Anlegers liegt am selben Tag in der Zeitzone UTC+1.
- Ziehen Sie die Offsets voneinander ab:
(+1) − (−5) = +6 Stunden. - Rechnen Sie die Öffnungszeit um:
9:00 Uhr + 6 Stunden = 15:00 UhrOrtszeit. - Rechnen Sie die Schlusszeit um:
16:00 Uhr + 6 Stunden = 22:00 UhrOrtszeit. - Prüfen Sie den Kalender. Das Zeitfenster von 15:00 bis 22:00 Uhr gilt nur, wenn die Börse an diesem Tag eine vollständige reguläre Sitzung abhält.
Die Dauer der Sitzung bleibt nach der Umrechnung sieben Stunden. An einem anderen Datum kann sich der UTC-Offset an einem oder beiden Standorten ändern. Dadurch verschieben sich die lokalen Uhrzeiten für den Anleger, auch wenn die veröffentlichten Handelszeiten der Börse gleich bleiben.
Warum es vor dem Handel wichtig ist
Bei einer Prüfung vor dem Handel sollte unterschieden werden, ob eine Order während der regulären Sitzung, vor der Eröffnung, nach dem Schluss oder an einem handelsfreien Tag aufgegeben wird. Außerhalb der regulären Handelszeiten kann das Handelsangebot eingeschränkter sein; angezeigte Kurse, Handelsvolumen und Geld-Brief-Spannen können von denen der regulären Sitzung abweichen. Eine bis zur nächsten Sitzung gültige Order kann zu einem anderen Eröffnungskurs ausgeführt werden als zum letzten Schlusskurs.
Auch die Orderzusätze sind wichtig. Ein Tagesauftrag (Day Order) verfällt grundsätzlich gemäß den geltenden Regeln des Brokers und bleibt nicht unbegrenzt offen. Der genaue Annahmeschluss und die Zulässigkeit für den Handel außerhalb der regulären Zeiten hängen von Broker und Handelsplatz ab. Für Eröffnungs- und Schlussauktionen gelten eigene Verfahren und Fristen. Prüfen Sie den Börsenkalender und die Orderregeln Ihres Brokers für das betreffende Wertpapier und die gewünschte Sitzung.
Verwendung bei PreTrAIde
PreTrAIde ist eine KI-Plattform zur Analyse von Aktien vor dem Handel und kein Broker. Nutzer geben einen Aktienkorb mit Handelsseite, Stückzahl und Ausführungsbedingungen ein. PreTrAIde analysiert den Korb vor der Orderaufgabe und erstellt ein Urteil GO, NO-GO oder MODIFY, eine Risikoeinschätzung und einen Ausführungsvorschlag für den gesamten Korb und jede einzelne Position – jeweils mit einer allgemein verständlichen Begründung. Diese Ergebnisse dienen der Entscheidungsunterstützung und sind keine Empfehlungen.
Die verfügbaren Produktangaben nennen weder eine Live-Prüfung der Handelszeiten noch einen Abruf des Börsenkalenders. Ein PreTrAIde-Urteil bestätigt daher nicht, dass eine Börse aktuell geöffnet ist, eine Sitzung außerhalb der regulären Handelszeiten verfügbar ist oder eine Order die Frist eines Handelsplatzes einhält. Nutzer geben ihre Orders selbst bei ihrem jeweiligen Broker auf.
Häufige Fehler
- Eine feste Zeitzonenumrechnung das ganze Jahr über verwenden. Die Sommerzeit kann an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Zeitpunkten beginnen oder enden.
- Die Annahme einer Order durch den Broker mit ihrer Ausführung gleichsetzen. Eine angenommene Order kann unausgeführt bleiben, solange der Markt geschlossen ist.
- Davon ausgehen, dass jeder Wochentag eine vollständige Handelssitzung ist. Feiertage und verkürzte Handelstage unterscheiden sich je nach Börse.
- Handel außerhalb der regulären Zeiten mit der regulären Sitzung gleichsetzen. Vorbörslicher und nachbörslicher Handel können sich hinsichtlich Teilnehmern, Kursen und Orderregeln unterscheiden.