Bedeutung
Eine Unternehmensmitteilung oder eine Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten kann die Einschätzung der Marktteilnehmer zum Wert einer Aktie verändern. Beim Nachrichtenhandel steht diese Reaktion im Mittelpunkt: die Information selbst, ihre Abweichung von den Erwartungen und die Frage, wie schnell sie bereits im Kurs berücksichtigt sein könnte.
Eine positive Schlagzeile bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Aktie steigt. Ein Quartalsergebnis kann beispielsweise für sich genommen stark wirken, aber hinter den Erwartungen der Anleger zurückbleiben. Zudem können verschiedene Händler dieselbe Meldung unterschiedlich interpretieren. Der Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung einer Schlagzeile sagt daher nicht zuverlässig aus, zu welchem Preis eine Order ausgeführt werden kann.
Nachrichtenhandel kann sich auf planbare Ereignisse wie Quartalsberichte oder auf unvorhergesehene Entwicklungen wie eine Unternehmensmitteilung beziehen. Er unterscheidet sich von der technischen Chartanalyse, die vor allem vergangene Kurs- und Handelsvolumenmuster untersucht.
Berechnung
Nachrichtenhandel ist eine Handelsweise und keine einzelne Kennzahl. Deshalb gibt es keine allgemein gültige Formel. Eine Möglichkeit, einen hypothetischen Handel im Nachhinein zu beurteilen, besteht darin, die Kursveränderung von den Ausführungskosten zu trennen:
Nettokursveränderung je Aktie = Verkaufskurs − tatsächlicher Kaufkurs − Transaktionskosten je Aktie
- Verkaufskurs ist der Kurs, zu dem die Position geschlossen wird, in US-Dollar je Aktie.
- Tatsächlicher Kaufkurs ist der tatsächlich gezahlte Preis in US-Dollar je Aktie – nicht der zuletzt angezeigte Kurs vor der Orderaufgabe.
- Transaktionskosten je Aktie umfassen anfallende Gebühren und Kosten in US-Dollar je Aktie. Werden die tatsächlichen Ausführungskurse für Kauf und Verkauf verwendet, dürfen darin bereits enthaltene Spreads nicht nochmals abgezogen werden.
Bei einer Short-Position kehrt sich die Kurskomponente um: tatsächlicher Kaufkurs minus Verkaufskurs. Keine der beiden Formeln sagt ein Ergebnis voraus. Sie beschreiben das Ergebnis, sobald Kurse und Kosten bekannt sind.
Rechenbeispiel
Angenommen, eine Aktie notiert hypothetisch unmittelbar vor einer Nachrichtenveröffentlichung bei 50,00 US$. Danach liegen der angezeigte Briefkurs bei 51,00 US$ und der angezeigte Geldkurs bei 50,80 US$. Ein Händler gibt eine Order über 100 Aktien auf; tatsächlich wird sie zu 51,10 US$ je Aktie ausgeführt. Später verkauft er die Aktien zu einem Ausführungskurs von 51,40 US$ je Aktie. Die zusätzlichen Gebühren betragen insgesamt 0,02 US$ je Aktie für beide Transaktionen.
- Der Kurs vor der Veröffentlichung lag bei 50,00 US$; zu diesem Kurs wurde die Kauforder jedoch nicht ausgeführt.
- Die Kursveränderung zwischen den tatsächlichen Ausführungen beträgt 51,40 US$ − 51,10 US$ = 0,30 US$ je Aktie.
- Nach Abzug der angenommenen Gebühren beträgt die Nettokursveränderung 0,30 US$ − 0,02 US$ = 0,28 US$ je Aktie.
- Für 100 Aktien sind das 28 US$, vor Steuern und allen hier nicht genannten Kosten.
Würde man stattdessen den Verkaufskurs mit 50,00 US$ vergleichen, würde das hypothetische Ergebnis des Händlers zu hoch ausgewiesen, da er keine Aktien zu diesem Kurs gekauft hat.
Warum das vor dem Handel wichtig ist
Eine nachrichtenbedingte Kursbewegung kann mit einer größeren Geld-Brief-Spanne, einer veränderten Markttiefe, höherer Volatilität oder einem Handelsstopp einhergehen. Ein angezeigter Kurs kann sich ändern, bevor eine Order den Markt erreicht; außerdem kann eine Order nur teilweise ausgeführt werden. Eine unlimitierte Market-Order räumt der Ausführung Vorrang vor der Preissicherheit ein. Eine Limit-Order setzt eine Preisgrenze, wird aber möglicherweise nicht ausgeführt.
Eine Analyse vor dem Handel kann vor der Orderaufgabe die Ordergröße im Verhältnis zum Tagesvolumen, die geschätzte Geld-Brief-Spanne, die Marktauswirkung und die Volatilität berücksichtigen. Diese Prüfungen befassen sich mit Ausführung und Risiko. Sie können nicht feststellen, wie der Markt eine Veröffentlichung interpretieren wird oder ob ein Handel profitabel ist.
Verwendung bei PreTrAIde
PreTrAIde ist eine KI-gestützte Plattform zur Analyse von Aktien vor dem Handel und kein Nachrichtenhandelsdienst, der Orders platziert. Die Datenanreicherung umfasst aktuelle Nachrichten je Tickersymbol sowie Marktdaten und Analystenbewertungen. Die KI-Agenten analysieren jede Aktie und den Gesamtbasket anhand dieser Informationen und stützen sich dabei auf quantitative Kennzahlen.
Für einen vom Nutzer zusammengestellten Basket gibt PreTrAIde GO-, NO-GO- oder MODIFY-Einschätzungen für den Basket und jede einzelne Position aus. Dazu gehören eine vom Modell geschätzte Erfolgswahrscheinlichkeit, eine Risikobewertung, eine vorgeschlagene Ausführungsstrategie und eine verständliche Begründung. Die quantitative Analyse umfasst die geschätzte Geld-Brief-Spanne, den Anteil am Tagesvolumen, die Marktauswirkung und die tägliche Volatilität. Diese Ergebnisse dienen der Entscheidungsunterstützung. Sie sind weder Empfehlungen noch Zusagen zum Ausgang eines Nachrichtenereignisses. Etwaige Handelsaufträge erteilen Nutzer selbst über ihren eigenen Broker.
Häufige Fehler
- Eine Schlagzeile als neue Information zu behandeln, ohne zu prüfen, ob sie erwartet wurde oder bereits im Kurs berücksichtigt ist.
- Für die Einschätzung des Handelsergebnisses den Kurs vor der Veröffentlichung statt eines tatsächlich erzielbaren Ausführungskurses heranzuziehen.
- Davon auszugehen, dass der angezeigte Geld- oder Briefkurs für die gesamte Ordergröße verfügbar bleibt.
- Spreads, Teilausführungen, Volatilität und mögliche Handelsstopps in einem schnell bewegten Markt zu ignorieren.
- Ausführungskosten doppelt anzusetzen, obwohl die Ausführungskurse den Spread bereits berücksichtigen.