Bedeutung
Eine Aktie kann längere Zeit in einer vertrauten Spanne gehandelt werden und sich dann über eine ihrer Begrenzungen hinausbewegen. Eine Bewegung über einen ermittelten Widerstand wird als Ausbruch nach oben bezeichnet; eine Bewegung unter die Unterstützung häufig als Durchbruch nach unten. Dies ist eine Beschreibung beobachteter Kurse aus der technischen Analyse – keine Prognose, dass sich die Bewegung fortsetzt.
Eine Marke kann beispielsweise der höchste Kurs innerhalb einer festgelegten Zahl von Handelstagen, ein früheres Schlusskurshoch oder eine im Chart eingezeichnete Begrenzung der Handelsspanne sein. Diese Varianten sind nicht austauschbar: Eine Bewegung innerhalb des Tages über ein früheres Hoch kann bis zum Handelsschluss wieder verschwinden. Legen Sie die Referenzmarke, den Beobachtungszeitraum und die Regel zur Bestimmung eines Ausbruchs fest, bevor Sie ihn interpretieren.
Berechnung
Es gibt keine allgemein gültige Formel für einen Ausbruch. Eine einfache Messgröße für eine Aufwärtsbewegung über einen gewählten Widerstand lautet: Ausbruchsabstand (%) = ((beobachteter Kurs − Widerstandsmarke) / Widerstandsmarke) × 100.
- Beobachteter Kurs ist der Kurs, der mit der Marke verglichen wird, zum Beispiel der Schlusskurs in US-Dollar je Aktie.
- Widerstandsmarke ist die zuvor festgelegte Begrenzung, ebenfalls in US-Dollar je Aktie und größer als null.
- Ausbruchsabstand gibt an, um wie viel Prozent der beobachtete Kurs die Marke überschreitet. Ein positiver Wert bedeutet, dass er über dem Widerstand liegt; null bedeutet, dass er genau auf der Marke liegt.
Für eine Abwärtsbewegung unter eine Unterstützung gilt: Abstand des Durchbruchs (%) = ((Unterstützungsmarke − beobachteter Kurs) / Unterstützungsmarke) × 100. Auch die Unterstützungsmarke muss positiv sein; Kurs und Marke müssen auf vergleichbarer Basis angegeben werden. Keine der beiden Kennzahlen sagt aus, ob eine Bewegung bedeutsam oder nachhaltig ist. Händler können zusätzlich etwa das Handelsvolumen prüfen oder einen Schlusskurs jenseits der Marke verlangen. Das sind jedoch ergänzende Regeln und keine Bestandteile der Formel.
Beispielrechnung
Angenommen, die zuvor festgelegte Widerstandsmarke einer fiktiven Aktie liegt bei 50 US-Dollar je Aktie. Der nächste Schlusskurs beträgt 52 US-Dollar je Aktie.
- Ziehen Sie die Marke vom Schlusskurs ab: 52 US-Dollar − 50 US-Dollar = 2 US-Dollar je Aktie.
- Teilen Sie das Ergebnis durch die Widerstandsmarke: 2 US-Dollar ÷ 50 US-Dollar = 0,04.
- Multiplizieren Sie mit 100: Der Schlusskurs liegt 4 % über dem Widerstand.
Nach einer Regel, die lediglich einen Schlusskurs über 50 US-Dollar verlangt, gilt dieses Beispiel als Ausbruch nach oben. Bei einer anderen Regel, die zwei aufeinanderfolgende Schlusskurse über 50 US-Dollar voraussetzt, reicht ein Schlusskurs nicht aus. Der Wert von 4 % misst einen vergangenen Kursabstand; er ist keine erwartete Rendite. Schließt die Aktie später wieder unter 50 US-Dollar, hat die anfängliche Beobachtung dennoch stattgefunden – die Bewegung hat sich jedoch nicht gehalten.
Warum das vor einem Handel wichtig ist
Ein Ausbruch kann Aufmerksamkeit auf sich ziehen, während sich zugleich Kurse und Handelsbedingungen verändern. Vor einer Order ist es hilfreich, die Beobachtung im Chart vom geplanten Handel zu unterscheiden: Aktie, Kauf- oder Verkaufsseite, Stückzahl und Ausführungsbedingungen bestimmen das mögliche Risiko und die Kosten. Ein im Chart angezeigter Kurs ist nicht unbedingt der Kurs, zu dem eine Order ausgeführt wird.
Geld-Brief-Spanne (Bid-Ask-Spread), verfügbare Liquidität, Ordergröße im Verhältnis zum Tagesvolumen und Markteinfluss können die Ausführung beeinflussen. Auch Volatilität und Kurslücken können das Ergebnis zwischen dem Erkennen einer Marke und der Aufgabe einer Order verändern. Ein Ausbruch allein beantwortet nicht, ob diese Risiken zu einem bestimmten Aktienkorb passen.
Verwendung bei PreTrAIde
PreTrAIde führt weder die Erkennung von Ausbrüchen noch Chartmuster-Signale als ausgewiesene Funktionen auf. Die Vorhandelsanalyse des Unternehmens unterscheidet sich von der technischen Analyse anhand von Chartmustern. Nutzer können einen Aktienkorb mit Handelsseiten, Stückzahlen und Ausführungsbedingungen erstellen und vor Aufgabe einer Order analysieren lassen.
Für jede Position und den gesamten Korb liefert PreTrAIde ein GO-, NO-GO- oder MODIFY-Urteil, eine modellgeschätzte Erfolgswahrscheinlichkeit, eine Risikobewertung, eine vorgeschlagene Ausführungsstrategie und eine verständliche Begründung. Die quantitative Analyse schätzt unter anderem Geld-Brief-Spanne, Anteil am Tagesvolumen, Markteinfluss und Volatilität. Diese Prüfungen zu Ausführung und Risiko können auch dann wichtig sein, wenn ein Ausbruch das Interesse an einer Aktie geweckt hat. Die Urteile unterstützen Entscheidungen, sind aber keine Empfehlungen. Die angegebene Wahrscheinlichkeit garantiert kein Ergebnis und prognostiziert keine Rendite.
Häufige Fehler
- Jede kurze Bewegung innerhalb des Handelstags über eine Marke als bestätigten Ausbruch zu bezeichnen, ohne festzulegen, ob ein Schlusskurs erforderlich ist.
- Eine Unterstützungs- oder Widerstandsmarke erst nach der anschließenden Bewegung auszuwählen – dadurch wirkt das Muster im Rückblick eindeutiger.
- Einen prozentualen Abstand über dem Widerstand als Prognose weiterer Kursgewinne zu behandeln.
- Geld-Brief-Spanne, Liquidität, Kurslücken oder Ordergröße zu ignorieren, weil im Chart eine klare Marke zu sehen ist.
- Kurse vor und nach einem Aktiensplit zu vergleichen, ohne eine einheitliche, splitbereinigte Kursbasis zu verwenden.