Was bedeutet das?
Die Marktstimmung beschreibt den Tenor der Einschätzungen zu einer Aktie oder zum Gesamtmarkt. Eine Sentimentanalyse versucht, diesen Tenor anhand von Quellen wie Nachrichten, Anlegerkommentaren oder Umfragen zu messen. Sie untersucht, was Menschen offenbar denken – nicht, ob ihre Einschätzungen zutreffen oder wie sich der Aktienkurs als Nächstes entwickelt.
Das Ergebnis hängt von der Quelle, dem betrachteten Zeitraum und den Klassifizierungskriterien ab. Eine Schlagzeile zu den Unternehmensergebnissen kann einen anderen Tenor haben als Anlegerkommentare zum Aktienkurs. Außerdem kann sich die Stimmung mit dem Eintreffen neuer Informationen schnell ändern.
So wird sie berechnet
Für die Marktstimmung gibt es keine allgemein verbindliche Formel. Ein einfacher Ansatz ordnet jeden relevanten Beitrag als positiv, negativ oder neutral ein und setzt anschließend die positiven und negativen Beiträge ins Verhältnis:
Nettostimmung = (P − N) / (P + N + U)
Psteht für die Zahl der als positiv eingestuften Beiträge.Nsteht für die Zahl der als negativ eingestuften Beiträge.Usteht für die Zahl der als neutral eingestuften Beiträge.
Das Ergebnis ist ein dimensionsloser Wert zwischen −1 und +1, sofern mindestens ein Beitrag erfasst wurde. Null bedeutet, dass positive und negative Beiträge gleich häufig sind; das heißt nicht unbedingt, dass Anleger gleichgültig sind. Wenn kein Beitrag berücksichtigt wird, ist der Wert nicht definiert und nicht gleich null.
Andere Methoden gewichten Beiträge nach Aktualität, Quelle oder sprachlicher Stärke. Solche Entscheidungen verändern das Ergebnis. Ein Stimmungswert ist daher nur zusammen mit der verwendeten Methode und Stichprobe aussagekräftig.
Beispiel
Angenommen, eine hypothetische Auswertung erfasst in einem festgelegten Zeitraum 20 relevante Nachrichtenbeiträge zu einer Aktie. Ein Klassifikator stuft 12 davon als positiv, 5 als negativ und 3 als neutral ein.
- Beiträge zählen:
P = 12,N = 5undU = 3. - Negative von positiven Beiträgen abziehen:
12 − 5 = 7. - Durch alle klassifizierten Beiträge teilen:
7 / (12 + 5 + 3) = 0,35.
Der Wert der Nettostimmung beträgt +0,35. Das bedeutet, dass es in dieser Stichprobe mehr positive als negative Beiträge gibt. Es bedeutet nicht, dass die Aktie eine erwartete Rendite von 35 %, eine Wahrscheinlichkeit von 35 % für einen Kursanstieg oder eine Wahrscheinlichkeit von 35 % für ein anderes Handelsergebnis hat. Bei einer anderen Quellenauswahl oder anderen Klassifizierungsregeln könnte der Wert abweichen.
Warum das vor einem Trade wichtig ist
Die Marktstimmung kann dabei helfen, das Narrativ rund um einen geplanten Aktien-Trade zu erkennen. Eine kürzlich veröffentlichte Ergebnisankündigung könnte beispielsweise erklären, warum die Berichterstattung positiver oder negativer geworden ist. Wer die zugrunde liegenden Beiträge liest, kann besser zwischen unternehmensspezifischen Informationen und der allgemeinen Marktstimmung unterscheiden.
Die Stimmung ist nur ein Bestandteil der Prüfung vor einem Trade. Nachrichten können bereits in den Kursen berücksichtigt sein, und ein zugespitzter Artikel sagt wenig über die Kosten der Orderausführung aus. Liquidität, Geld-Brief-Spanne, mögliche Marktbeeinflussung, Volatilität und Konzentration im Aktienkorb beantworten jeweils andere Fragen. Eine einfache Zählung von Schlagzeilen ersetzt diese Prüfungen nicht.
So nutzt PreTrAIde die Marktstimmung
PreTrAIde führt eine Pre-Trade-Analyse eines von Nutzern zusammengestellten Aktienkorbs durch, bevor eine Order platziert wird. Zur Anreicherung der Daten gehören aktuelle Nachrichten zu den einzelnen Tickersymbolen und Analystenbewertungen. Die KI-Agenten berücksichtigen diese Informationen zusammen mit quantitativen Bewertungen, um einzelne Aktien und den gesamten Aktienkorb zu beurteilen. Die Produktangaben nennen weder einen eigenständigen Stimmungswert noch eine Formel zur Zählung positiver und negativer Schlagzeilen.
Die Analyse liefert für den Aktienkorb und jede Position ein Urteil: GO, NO-GO oder MODIFY. Dazu gehören eine modellbasierte Erfolgsschätzung, eine Risikobewertung, ein Vorschlag zur Ausführungsstrategie und eine verständliche Begründung. Diese Urteile dienen der Entscheidungsunterstützung und sind keine Empfehlungen. PreTrAIde platziert keine Orders; Nutzer handeln über ihren eigenen Broker.
Häufige Fehler
- Den Ton als Kursprognose verstehen. Positive Berichterstattung gibt weder die Richtung noch das Ausmaß einer künftigen Kursbewegung vor.
- Den Nenner außer Acht lassen. Ein Wert auf Basis von fünf Beiträgen stützt sich nicht auf dieselbe Textmenge wie ein Wert auf Basis von 500 Beiträgen.
- Analystenbewertungen mit der Meinung aller Anleger verwechseln. Bewertungen spiegeln Einschätzungen von Analysten wider, nicht die gesamte Marktstimmung.
- Auswahl und Zeitpunkt übersehen. Mehrere Berichte über dasselbe Ereignis können die Stichprobe dominieren; ältere Beiträge bilden die aktuelle Diskussion möglicherweise nicht mehr ab.
- Annehmen, ein Klassifikator verstehe jeden Kontext. Verneinungen, Sarkasmus und gemischte Nachrichten können zu irreführenden Einstufungen führen.