Was bedeutet das?
Eine Marge setzt den Gewinn eines Unternehmens ins Verhältnis zu seinem Umsatz. Sie zeigt, welcher Anteil je 1 US$ Umsatz nach Abzug bestimmter Aufwendungen übrig bleibt. Ohne nähere Angabe ist mit „Gewinnmarge“ häufig die Nettomarge gemeint; die Bezeichnung allein kann jedoch mehrdeutig sein.
Die drei gängigen Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen:
- Bruttomarge: Vom Umsatz werden die Umsatzkosten abgezogen. Nicht alle Kosten des Geschäftsbetriebs sind damit erfasst.
- Operative Marge: Zusätzlich werden die betrieblichen Aufwendungen abgezogen; als Zähler dient das Betriebsergebnis.
- Nettomarge: Als Zähler dient der Nettogewinn nach den Aufwendungen, Zinsen und Steuern, die in der Unternehmensrechnung berücksichtigt sind.
Margen sind Rechnungslegungskennzahlen für einen bestimmten Zeitraum und keine Rendite, die Anleger mit einer Aktie erzielen. Eine Nettomarge von 12 % bedeutet nicht, dass Aktionäre eine Rendite von 12 % erhalten.
Berechnung
Gewinnmarge (%) = (Gewinnkennzahl ÷ Umsatz) × 100
- Gewinnkennzahl ist der für den Zeitraum ausgewiesene Gewinnbetrag in Währungseinheiten. Für die Bruttomarge wird der Bruttogewinn verwendet, für die operative Marge das Betriebsergebnis und für die Nettomarge der Nettogewinn.
- Umsatz sind die Erlöse im selben Zeitraum und in derselben Währung wie die Gewinnkennzahl.
- 100 wandelt das Verhältnis in einen Prozentsatz um. Zum Beispiel entsprechen 0,12 genau 12 %.
Damit die Marge nach dieser Formel aussagekräftig ist, muss der Umsatz größer als null sein. Eine negative Gewinnkennzahl ergibt eine negative Marge. Prüfen Sie die Definitionen des Unternehmens: Eine Marge auf Basis einer bereinigten Gewinnkennzahl kann von einer Marge auf Basis des ausgewiesenen Gewinns abweichen.
Rechenbeispiel
Angenommen, ein fiktives Unternehmen weist für ein Jahr folgende Zahlen aus, jeweils in Mio. US$:
| Position | Betrag |
|---|---|
| Umsatz | 100 |
| Umsatzkosten | 60 |
| Betriebliche Aufwendungen | 20 |
| Zinsen und Steuern | 8 |
- Bruttogewinn: 100 Mio. US$ − 60 Mio. US$ = 40 Mio. US$. Bruttomarge = 40 ÷ 100 × 100 = 40 %.
- Betriebsergebnis: 40 Mio. US$ − 20 Mio. US$ = 20 Mio. US$. Operative Marge = 20 ÷ 100 × 100 = 20 %.
- Nettogewinn: 20 Mio. US$ − 8 Mio. US$ = 12 Mio. US$. Nettomarge = 12 ÷ 100 × 100 = 12 %.
In diesem vereinfachten Beispiel verbleiben dem Unternehmen je 1 US$ Umsatz 0,12 US$ Nettogewinn. Die drei Prozentwerte unterscheiden sich, weil jeweils andere Kosten berücksichtigt werden.
Warum die Kennzahl vor einem Trade relevant ist
Die Gewinnmarge hilft dabei, einen Gewinnbetrag im Verhältnis zum Umsatz einzuordnen. Der Vergleich derselben Margenart über mehrere Zeiträume kann zeigen, ob sich die ausgewiesene Profitabilität im Verhältnis zum Umsatz verändert. Vergleiche zwischen Unternehmen erfordern mehr Vorsicht: Geschäftsmodelle, Rechnungslegungsmethoden und die Zusammensetzung des Produkt- oder Dienstleistungsangebots können sich unterscheiden.
Die Marge ist nur ein Teil einer Prüfung vor dem Trade. Sie sagt nicht aus, was eine Aktie wert ist, ob Gewinne in liquide Mittel umgewandelt werden, wie hoch die Verschuldung eines Unternehmens ist oder welche Kosten bei der Ausführung einer Order entstehen können. Eine hohe Marge allein bedeutet nicht, dass eine Aktie attraktiv bewertet ist; eine niedrige Marge beantwortet die gegenteilige Frage ebenso wenig.
Verwendung bei PreTrAIde
Die veröffentlichten Produktangaben von PreTrAIde nennen die Gewinnmarge nicht als berechnete Eingangsgröße, Bestandteil eines quantitativen Scores oder Regel für ein Urteil. Die Vorab-Analyse prüft stattdessen einen vom Nutzer zusammengestellten Aktienkorb vor der Orderaufgabe und berücksichtigt dabei angegebene Eingangsgrößen wie Marktdaten, aktuelle Nachrichten und Analystenbewertungen. Die quantitative Ebene schätzt Ausführungskennzahlen wie Geld-Brief-Spanne, Markteinfluss, Liquidität und Volatilität.
Bei der Analyse der Unternehmensfundamentaldaten kann die Gewinnmarge unabhängig davon betrachtet werden. Die Urteile GO, NO-GO und MODIFY von PreTrAIde dienen der Entscheidungsunterstützung, sind keine Empfehlungen und dürfen nicht als Berechnung der Gewinnmarge eines Unternehmens verstanden werden.
Häufige Fehler
- Margenarten vermischen: Eine Bruttomarge von 40 % und eine Nettomarge von 12 % können sich widerspruchsfrei auf denselben Zeitraum beziehen.
- Unterschiedliche Zeiträume vergleichen: Gewinn und Umsatz müssen aus demselben Berichtszeitraum stammen. Achten Sie darauf, ein Quartal nicht mit einem Gesamtjahr zu vergleichen.
- Marge als Aktienrendite verstehen: Die Profitabilität eines Unternehmens und der Gewinn oder Verlust eines Anlegers sind unterschiedliche Größen.
- Einmaleffekte außer Acht lassen: Außergewöhnliche Gewinne oder Aufwendungen können die ausgewiesene Nettomarge verändern. Prüfen Sie, wodurch sich der Zähler verändert hat.
- Marge und Aufschlag verwechseln: Bei der Marge wird der Gewinn durch den Umsatz geteilt, beim Aufschlag durch die Kosten.