Ausführung und Handelskosten

Fill-or-Kill (FOK)

Fill-or-Kill (FOK) ist eine Gültigkeitsanweisung für eine Order: Sie muss sofort vollständig zum Limitpreis oder besser ausgeführt werden. Andernfalls wird die gesamte Order storniert.

Bedeutung

Bei einer Fill-or-Kill-Anweisung muss eine Order sofort vollständig ausgeführt werden. Kann die gewünschte Gesamtmenge nicht innerhalb der vorgegebenen Preisbedingungen ausgeführt werden, wird kein Teil der Order ausgeführt. Die nicht ausgeführte Order wird storniert und bleibt nicht offen.

FOK ist eine Gültigkeitsanweisung und kein Orderpreis. Sie kann mit einer Limitorder kombiniert werden, deren Limit den ungünstigsten zulässigen Preis festlegt. Bei einer Kauf-Limitorder kann die Ausführung zum Limit oder darunter erfolgen, bei einer Verkaufs-Limitorder zum Limit oder darüber. Ob Broker und Handelsplätze FOK unterstützen und wie „sofort“ genau ausgelegt wird, kann unterschiedlich sein.

FOK unterscheidet sich von Immediate-or-Cancel (IOC): Eine IOC-Order kann sofort teilweise ausgeführt werden; der Rest wird storniert. Eine FOK-Order erlaubt keine Teilausführung. Anders als eine gewöhnliche Tagesorder bleibt sie auch nicht bis zu einem späteren Zeitpunkt desselben Handelstags ausführbar.

Berechnung

FOK ist eine Anweisung und keine Kennzahl für Rendite oder Risiko. Für eine vereinfachte Kauf-Limitorder lautet die Alles-oder-nichts-Prüfung: Q Aktien ausführen, wenn A(P) ≥ Q sofort verfügbar sind; andernfalls 0 Aktien ausführen und die Order stornieren.

  • Q ist die Ordermenge in Aktien.
  • P ist der Kauf-Limitpreis in US-Dollar je Aktie.
  • A(P) ist die Aktienmenge, die für die Order unmittelbar zugänglich ist und zu Preisen von höchstens P zum Verkauf steht.

Bei einer Verkaufs-Limitorder ist stattdessen die unmittelbar zugängliche Kaufmenge zu berücksichtigen, die zum Verkaufslimit oder darüber angeboten wird. Diese Prüfung veranschaulicht die Regel; angezeigte Kurse allein belegen nicht, dass der Broker die Order tatsächlich ausführen kann. Die verfügbare Liquidität kann sich ändern, und Routing sowie Handelsplatzregeln spielen eine Rolle.

Beispiel

Angenommen, ein Anleger erteilt hypothetisch eine FOK-Kauf-Limitorder über 200 Aktien zu höchstens 50,02 US-Dollar je Aktie. Zum Zeitpunkt der Prüfung sei folgende Verkaufsliquidität zugänglich:

Briefkurs Verfügbare Aktien
50,00 US-Dollar 80
50,02 US-Dollar 150
50,05 US-Dollar 100
  1. Es zählen nur Aktien innerhalb des Kauflimits: 80 + 150 = 230 Aktien. Die 100 Aktien zu 50,05 US-Dollar liegen über dem Limit und zählen nicht.
  2. Da 230 mindestens 200 beträgt, ist unter diesen hypothetischen Bedingungen eine vollständige Ausführung möglich. Bleiben die Aktien während der Verarbeitung zugänglich, kann die Order sofort ausgeführt werden. Bei einer Ausführung zu unterschiedlichen Preisen können die Aktien verschiedene Ausführungskurse haben.
  3. Wären dagegen nur 180 Aktien zu höchstens 50,02 US-Dollar zugänglich, würde die FOK-Order nicht ausgeführt und storniert. Sie würde nicht 180 Aktien kaufen und auf die übrigen 20 warten.

Das Beispiel berücksichtigt keine Gebühren und setzt voraus, dass die angegebene Liquidität zugänglich ist. Es bedeutet nicht, dass ein angezeigtes Orderbuch eine Ausführung garantiert.

Warum das vor dem Handel wichtig ist

FOK kann eine unerwünschte Teilposition verhindern. Die Voraussetzung einer vollständigen Ausführung macht eine Stornierung jedoch wahrscheinlicher, wenn nicht genügend Liquidität sofort zugänglich ist. Eine nicht ausgeführte FOK-Order sichert weder einen Preis noch reserviert sie Aktien. Wird eine Order storniert, ist eine spätere Order ein neuer Versuch unter möglicherweise veränderten Marktbedingungen.

Unterscheiden Sie vor der Orderaufgabe zwischen Stückzahl, Limitpreis und Gültigkeitsdauer. Prüfen Sie, ob Ihr Broker FOK für das betreffende Wertpapier und den Ordertyp unterstützt, und beachten Sie die geltenden Handelsplatzregeln. Markttiefe, Geld-Brief-Spanne, Ordergröße im Verhältnis zum Tagesvolumen und mögliche Marktauswirkungen geben Aufschluss über die Ausführungsbedingungen. Sie garantieren jedoch nicht, dass eine FOK-Order ausgeführt wird.

Verwendung bei PreTrAIde

PreTrAIde erstellt Pre-Trade-Analysen für Aktienkörbe, einschließlich Handelsrichtung, Stückzahl und Ausführungsbedingungen für jede Position. Die quantitative Analyse schätzt Geld-Brief-Spanne, Anteil am Tagesvolumen und Marktauswirkungen; außerdem erstellt sie Liquiditäts- und Ausführungsscores. Diese Kennzahlen können dabei helfen, die für eine sofortige vollständige Ausführung relevante Liquiditätsfrage einzuordnen. Aus den Produktangaben geht nicht hervor, dass PreTrAIde FOK-Orders gezielt simuliert oder ein Live-Orderbuch auf die Ausführbarkeit einer FOK-Order prüft.

PreTrAIde gibt GO-, NO-GO- oder MODIFY-Voten als Entscheidungshilfe aus, nicht als Ausführungsanweisungen. Das Produkt empfängt, übermittelt und führt keine Orders aus; der Nutzer erteilt etwaige Orders selbst über seinen Broker.

Häufige Fehler

  • FOK mit IOC verwechseln: IOC kann teilweise ausgeführt werden; bei FOK wird entweder die gesamte Stückzahl ausgeführt oder gar nichts.
  • Das Limit als garantierten Ausführungskurs ansehen: Das Limit begrenzt die zulässigen Kurse, garantiert aber keine Ausführung.
  • Annehmen, dass die angezeigte Markttiefe verbindlich und zugänglich ist: Kurse können sich ändern, und das Routing beeinflusst, welche Liquidität eine Order erreichen kann.
  • Erwarten, dass der Rest offen bleibt: Eine FOK-Order, die nicht vollständig ausgeführt werden kann, wird storniert und nicht zur späteren Ausführung vorgemerkt.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine Fill-or-Kill-Order teilweise ausgeführt werden?

Nein. Eine FOK-Order muss sofort innerhalb ihrer Preisbedingungen vollständig ausgeführt werden. Andernfalls wird sie ohne Ausführung storniert.

Was ist der Unterschied zwischen FOK und IOC?

Bei beiden ist eine sofortige Ausführung vorgesehen. IOC erlaubt eine sofortige Teilausführung und storniert den Rest; FOK erlaubt keine Teilausführung.

Garantiert eine FOK-Limitorder eine Ausführung zum Limitpreis?

Nein. Das Limit legt den ungünstigsten zulässigen Ausführungskurs fest. Zusätzlich muss die gesamte Stückzahl sofort ausführbar sein; andernfalls wird die Order storniert.

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