Was bedeutet das?
Mit einem Trading-Simulator können Sie eine hypothetische Position oder ein Wertpapierdepot verfolgen, während sich die Marktpreise ändern – ohne echte Trades auszuführen. Das wird häufig Paper-Trading genannt. So lässt sich untersuchen, wie sich ein geplanter Trade entwickelt hätte. Die angezeigten Ergebnisse entsprechen jedoch nicht zwingend dem Ergebnis einer tatsächlich ausgeführten Order.
Manche Simulatoren ermöglichen das Platzieren fiktiver Orders; andere verfolgen ein hypothetisches Depot ab einem festgelegten Startzeitpunkt. Die Details sind entscheidend: Ein Ergebnis, das nur auf notierten Kursen beruht, berücksichtigt möglicherweise nicht die Geld-Brief-Spanne, Provisionen, den Markteinfluss, Teilausführungen und weitere Abweichungen zwischen einem simulierten Preis und dem tatsächlichen Ausführungskurs. Prüfen Sie, welche Faktoren das Tool einbezieht, bevor Sie die angezeigten Zahlen interpretieren.
Ein Simulator unterscheidet sich auch von einem Backtest. Beim Backtesting werden Regeln auf historische Daten angewandt, um hypothetische vergangene Trades zu untersuchen. Ein Simulator verfolgt hingegen unter Umständen einen hypothetischen Trade, während neue Kurse verfügbar werden. Beides führt zu keinem echten Trade und belegt nicht, welchen Ertrag ein künftiger Trade erzielen wird.
Wie wird es berechnet?
Für Trading-Simulatoren gibt es keine einheitliche Formel. Für eine hypothetische Long-Position lässt sich das einfache, ausschließlich auf Kursen beruhende Ergebnis zu einem bestimmten Beobachtungszeitpunkt so berechnen:
Hypothetischer Gewinn/Verlust (US$) = Q × (P_aktuell − P_start)
Qist die Anzahl der hypothetischen Aktien, angegeben in Stück.P_startist der angenommene Einstiegskurs in US$ je Aktie.P_aktuellist der beobachtete Vergleichskurs in US$ je Aktie.Hypothetischer Gewinn/Verlustist der daraus resultierende simulierte Gewinn oder Verlust in US$; ein negativer Wert bedeutet einen Verlust.
Die einfache, ausschließlich auf Kursen beruhende prozentuale Rendite lautet: Hypothetische Rendite (%) = (P_aktuell − P_start) ÷ P_start × 100. Diese Berechnung setzt voraus, dass die Stückzahl während des gesamten Zeitraums gleich bleibt. Handelskosten, Dividenden, Steuern und Finanzierungskosten werden nicht berücksichtigt. Bezieht ein Simulator einzelne dieser Faktoren ein, kann das ausgewiesene Ergebnis abweichen. Der angenommene Einstiegskurs ist eine Annahme und kein Beleg dafür, dass eine echte Order zu diesem Kurs hätte ausgeführt werden können.
Rechenbeispiel
Angenommen, ein simuliertes Depot enthält 10 Aktien von Unternehmen A zu einem angenommenen Einstiegskurs von 50 US$ je Aktie sowie 20 Aktien von Unternehmen B zu 25 US$ je Aktie. Der angenommene Anfangswert beträgt 10 × 50 US$ + 20 × 25 US$ = 1.000 US$.
Zu einem späteren Beobachtungszeitpunkt notiert A hypothetisch bei 52 US$ und B bei 24 US$:
- Das reine Kursergebnis von A beträgt
10 × (52 US$ − 50 US$) = 20 US$. - Das reine Kursergebnis von B beträgt
20 × (24 US$ − 25 US$) = −20 US$. - Das hypothetische reine Kursergebnis des Depots beträgt
20 US$ − 20 US$ = 0 US$beziehungsweise0 %des Anfangswerts von 1.000 US$.
Das Ergebnis von null bedeutet nicht, dass eine der Aktien risikofrei war. Ebenso wenig heißt es, dass echte Trades genau 0 US$ eingebracht hätten: Die angenommenen Kurse können von tatsächlich erzielbaren Ausführungskursen abweichen, und Kosten können das Ergebnis verändern.
Warum ist das vor dem Handel wichtig?
Eine Simulation kann das Risiko eines geplanten Depots greifbarer machen: Stückzahlen, Anfangswerte und spätere Kursänderungen lassen sich konkret nachvollziehen. Sie kann außerdem dabei helfen, wichtige Fragen vor dem Handel zu stellen – etwa zur Positionsgröße, zur Konzentration auf einzelne Werte und dazu, ob die angenommenen Ausführungskurse realistisch sind.
Bei der Pre-Trade-Analyse wird ein geplanter Trade bewertet, bevor eine Order platziert wird. Ein Trading-Simulator beantwortet eine andere Frage: Wie hätte sich ein hypothetisches Depot ab dem gewählten Startzeitpunkt entwickelt? Berücksichtigen Sie geschätzte Ausführungskosten und spätere Marktbewegungen getrennt, wenn Sie eines der Ergebnisse interpretieren.
So nutzt PreTrAIde den Simulator
In PreTrAIde stellen Nutzer ein Aktiendepot zusammen und führen vor der Orderaufgabe eine PreTrade-Analyse durch. Die Analyse liefert für das Depot und jede einzelne Position ein GO-, NO-GO- oder MODIFY-Urteil. Dazu gehören eine modellbasierte geschätzte Erfolgswahrscheinlichkeit, eine Risikoeinschätzung, eine vorgeschlagene Ausführungsstrategie und eine verständliche Begründung. Diese Urteile dienen der Entscheidungsunterstützung und sind keine Empfehlungen.
Nach dem Urteil können Nutzer eine Paper-Trading-Simulation des Depots öffnen und dessen hypothetische Wertentwicklung verfolgen. Der Simulator ist in jedem Tarif verfügbar und verwendet kein echtes Geld. PreTrAIde ist Analysesoftware und kein Broker: Das Unternehmen empfängt, übermittelt und führt keine Orders aus. Ein simuliertes Ergebnis ist weder eine tatsächliche Ausführung noch eine Garantie für künftige Ergebnisse.
Häufige Fehler
- Simulierte Kurse mit tatsächlichen Ausführungskursen gleichsetzen. Bei der Ausführung können Geld-Brief-Spanne, Markteinfluss und Teilausführungen eine Rolle spielen.
- Einen simulierten Gewinn für eine Prognose halten. Er zeigt ein hypothetisches Ergebnis für einen betrachteten Zeitraum, nicht den weiteren Verlauf.
- Annahmen übersehen. Einstiegskurse, Stückzahlen, Beobachtungszeitpunkte und einbezogene Kosten beeinflussen das Ergebnis.
- Simulation und tatsächliche Handelsaufzeichnungen vermischen. Paper-Trading-Ergebnisse und protokollierte Ausführungskurse beschreiben unterschiedliche Vorgänge.