Was bedeutet Kursverbesserung?
Eine Order erzielt eine Kursverbesserung, wenn ihr Ausführungskurs günstiger ist als ein angegebener Referenzkurs. Bei einem Kauf bedeutet das, weniger zu zahlen; bei einem Verkauf, mehr zu erhalten. Der Referenzkurs und sein Zeitstempel sind entscheidend: Häufig wird bei einem Kauf der beste angezeigte Briefkurs und bei einem Verkauf der beste angezeigte Geldkurs zum Zeitpunkt des Ordereingangs herangezogen. Eine Ausführung genau zu diesem Kurs bedeutet nach dieser Messmethode keine Kursverbesserung.
Eine Kursverbesserung beschreibt eine tatsächliche Ausführung, nicht eine angezeigte Handelsmöglichkeit oder eine garantierte Ersparnis. Eine Ausführung kann gegenüber einem Referenzkurs günstiger sein, gegenüber einem anderen jedoch nicht. Eine Verbesserung gegenüber dem Briefkurs bedeutet beispielsweise nicht automatisch, dass ein Kauf unter dem Geld-Brief-Mittelwert ausgeführt wurde.
Berechnung
Verwenden Sie den zu einem festgelegten Zeitpunkt erfassten Referenzkurs, etwa beim Eingang der Order, und vergleichen Sie ihn mit dem Ausführungskurs. Bei einem Kauf ist der Referenzkurs der Briefkurs, bei einem Verkauf der Geldkurs.
Kursverbesserung je Aktie bei Kauf = Referenz-Briefkurs − Ausführungskurs
Kursverbesserung je Aktie bei Verkauf = Ausführungskurs − Referenz-Geldkurs
Gesamte Kursverbesserung = Kursverbesserung je Aktie × ausgeführte Aktienzahl
- Referenz-Briefkurs oder -Geldkurs: der maßgebliche angezeigte Kurs zum angegebenen Referenzzeitpunkt, in US-Dollar je Aktie.
- Ausführungskurs: der tatsächliche Kurs, zu dem die Order ausgeführt wurde, in US-Dollar je Aktie. Bei mehreren Teilausführungen verwenden Sie für eine einzelne Kennzahl den volumengewichteten Durchschnittskurs.
- Ausgeführte Aktienzahl: die Zahl der tatsächlich gehandelten Aktien, die nicht unbedingt der ursprünglich gewünschten Stückzahl entspricht.
- Kursverbesserung: US-Dollar je Aktie; multipliziert mit der Zahl der ausgeführten Aktien ergibt sich der Betrag in US-Dollar für die ausgeführte Stückzahl. Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass die Ausführung gegenüber diesem Referenzkurs ungünstiger war – es liegt keine Kursverbesserung vor.
In Berichten wird die Kursverbesserung mitunter auch in Cent je Aktie oder als Prozentsatz des Referenzkurses angegeben. Geben Sie die verwendete Berechnungsmethode an, insbesondere beim Vergleich verschiedener Berichte.
Rechenbeispiel
Angenommen, bei einer hypothetischen US-Aktie liegen Geldkurs und Briefkurs beim Eingang einer Kauforder über 100 Aktien bei 49,98 US-Dollar beziehungsweise 50,02 US-Dollar. Alle 100 Aktien werden zu 50,01 US-Dollar ausgeführt.
- Legen Sie für diesen Kauf den Briefkurs beim Ordereingang als Referenz fest: 50,02 US-Dollar je Aktie.
- Ziehen Sie den Ausführungskurs ab: 50,02 US-Dollar − 50,01 US-Dollar = 0,01 US-Dollar Kursverbesserung je Aktie.
- Multiplizieren Sie mit der Zahl der ausgeführten Aktien: 0,01 US-Dollar × 100 = 1,00 US-Dollar Gesamtkursverbesserung gegenüber diesem Briefkurs.
Der Geld-Brief-Mittelwert beim Ordereingang lag bei 50,00 US-Dollar. Die Ausführung war zwar günstiger als der Briefkurs, lag aber weiterhin 0,01 US-Dollar über dem Mittelwert. Die 1,00 US-Dollar sind kein Nettogewinn: Provisionen und spätere Kursveränderungen der Aktie sind darin nicht berücksichtigt. Wären nur 60 Aktien zu 50,01 US-Dollar ausgeführt worden, läge die gemessene Gesamtkursverbesserung für diese 60 Aktien bei 0,60 US-Dollar. Für die nicht ausgeführten 40 Aktien gibt es keinen Ausführungskurs, der bewertet werden könnte.
Warum die Kennzahl vor dem Handel wichtig ist
Eine Kursverbesserung kann den Kaufpreis gegenüber dem angegebenen Kurs senken oder den Verkaufserlös erhöhen. Eine Schätzung vor dem Handel kann jedoch nicht belegen, ob es tatsächlich zu einer Kursverbesserung kommt. Kurse können sich vor der Ausführung ändern, Orders können zu mehreren Kursen ausgeführt werden, und ein Teil der Order kann unausgeführt bleiben.
Vor einer Order helfen Geld-Brief-Spanne, Ordergröße und verfügbare Liquidität dabei, mögliche Ausführungskosten einzuschätzen. Vergleichen Sie anschließend die dokumentierten Ausführungen mit einem eindeutig mit Zeitstempel versehenen Referenzkurs und berücksichtigen Sie weitere Kosten. Ein günstiger Vergleich mit dem Brief- oder Geldkurs belegt für sich genommen nicht, dass die gesamte Ausführung kostengünstig war.
So verwendet PreTrAIde die Kennzahl
PreTrAIde erhebt nicht den Anspruch, eine tatsächliche Kursverbesserung zu berechnen oder herbeizuführen. Die Vorhandelsanalyse schätzt Geld-Brief-Spanne und Markteinfluss und bewertet Liquidität sowie Ausführungsbedingungen für jede Aktie in einem Korb. Als Entscheidungshilfe liefert sie eine vorgeschlagene Ausführungsstrategie sowie ein GO-, NO-GO- oder MODIFY-Urteil – jedoch weder eine Order noch eine Empfehlung. Nutzer handeln über ihren eigenen Broker; nur tatsächliche Ausführungen ermöglichen die Feststellung einer realisierten Kursverbesserung.
Häufige Fehler
- Referenzzeitpunkt nicht angeben: Ein späterer Kurs kann dieselbe Ausführung in einem anderen Licht erscheinen lassen.
- Kursverbesserung gegenüber dem Briefkurs mit einer Ausführung unter dem Mittelwert verwechseln: Das sind unterschiedliche Vergleiche.
- Nicht ausgeführte Aktien mitzählen: Die realisierte Kursverbesserung wird nur für ausgeführte Aktien berechnet.
- Kursverbesserung mit Gesamtersparnis oder Rendite gleichsetzen: Provisionen, weitere Ausführungskosten und spätere Kursbewegungen sind davon getrennt zu betrachten.
- Eine positive Kennzahl als Beleg für bestmögliche Ausführung ansehen: Ein einzelner Kursvergleich kann nicht alle Aspekte einer Ausführung beurteilen.