Bedeutung
Der Begriff beschreibt ein Muster der Marktaufmerksamkeit, keine formelle Wertpapierkategorie. Eine Aktie kann zur Meme-Aktie werden, wenn Beiträge in sozialen Medien, Online-Communities und schnell verbreitete Erzählungen ungewöhnlich großes Interesse von Anlegern wecken. Die Aufmerksamkeit kann rasch nachlassen, und darüber, welche Aktien als Meme-Aktien gelten, besteht nicht immer Einigkeit.
Begeisterung im Internet ist kein Beleg für die Gewinne oder die Bewertung eines Unternehmens. Auch beweist eine intensive Diskussion nicht, dass Anleger gemeinsam handeln. Eine Meme-Aktie bleibt eine gewöhnliche Aktie, die den Handelsregeln ihres Börsenplatzes unterliegt. Während einer Aufmerksamkeitswelle können die Handelsbedingungen jedoch ungewöhnlich schwer einzuschätzen sein.
Berechnung
Es gibt keine einheitliche Formel und keinen offiziellen Schwellenwert, anhand dessen sich eine Meme-Aktie bestimmen lässt. Kennzahlen wie Handelsvolumen, tägliche Kursveränderungen und Geld-Brief-Spanne können helfen, die Marktlage zu beschreiben. Für sich genommen begründet jedoch keine dieser Kennzahlen die Bezeichnung.
Eine hilfreiche Kennzahl ist das relative Handelsvolumen: relatives Volumen = heute gehandelte Aktien / durchschnittlich täglich gehandelte Aktien.
- Heute gehandelte Aktien bezeichnet die Zahl der Aktien, die während des Handelstags umgesetzt werden. Bei einem noch laufenden Handelstag kann der Vergleich des bisherigen Teilvolumens mit einem Durchschnitt für volle Handelstage irreführend sein.
- Durchschnittlich täglich gehandelte Aktien ist das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen über einen festgelegten Vergleichszeitraum.
- Relatives Volumen ist einheitenlos und gibt ein Vielfaches des Durchschnitts an. Ein Wert von 4 bedeutet das Vierfache des Durchschnitts im Vergleichszeitraum, nicht einen Anstieg um 4 %.
Das relative Volumen kann aus vielen Gründen hoch sein, etwa wegen Unternehmensnachrichten. Es misst weder die Online-Aufmerksamkeit noch erklärt es, warum gehandelt wurde, und sagt die nächste Kursbewegung nicht voraus.
Rechenbeispiel
Betrachten wir eine hypothetische Aktie, die an einem vollen Handelstag üblicherweise 1 Million Aktien umsetzt. Nach einer breit geführten Online-Diskussion werden an einem vollen Handelstag 4 Millionen Aktien gehandelt.
- Das relative Volumen beträgt
4.000.000 / 1.000.000 = 4– also das Vierfache des üblichen Tagesvolumens. - Angenommen, der angezeigte Geldkurs liegt bei 20,00 US$ und der angezeigte Briefkurs bei 20,20 US$. Die notierte Geld-Brief-Spanne beträgt
20,20 US$ - 20,00 US$ = 0,20 US$je Aktie. - Bei diesen angezeigten Kursen würden 100 Aktien zum Briefkurs 2.020 US$ kosten. Ein sofortiger Verkauf von 100 Aktien zum Geldkurs würde 2.000 US$ einbringen: eine Differenz von 20 US$, noch ohne Provisionen oder sonstige Kosten.
Die Berechnung der Spanne veranschaulicht mögliche Kosten, wenn zum angezeigten Kurs gekauft oder verkauft wird. Sie ist keine Garantie für eine Ausführung und keine Prognose. Kurse können sich ändern, bevor eine Order eingeht; die angezeigte Stückzahl reicht möglicherweise nicht aus, und eine größere Order kann den Kurs beeinflussen. Allein der vierfache Volumenanstieg belegt nicht, dass es sich um eine Meme-Aktie handelt.
Warum das vor dem Handel wichtig ist
Ein Aufmerksamkeitsschub kann mit schnellen Kursbewegungen und rasch wechselnden Kursstellungen einhergehen. Vor einer Order sollte man zwischen dem bei der Vorbereitung sichtbaren Kurs und dem Kurs unterscheiden, zu dem die Order tatsächlich ausgeführt werden könnte. Geld-Brief-Spanne, verfügbare Liquidität, Ordergröße und Anteil am Tagesvolumen beeinflussen die möglichen Ausführungskosten.
Auch Ordertyp und Ausführungsbedingungen sind wichtig: Eine Market-Order priorisiert die Ausführung gegenüber einem festgelegten Kurs; eine Limit-Order setzt eine Kursgrenze, wird aber möglicherweise nicht ausgeführt. Handelsunterbrechungen können eine Ausführung vorübergehend verhindern. In einem Aktienkorb kann eine volatile Position außerdem die Konzentration erhöhen oder das Risikoprofil des Korbs verändern. Diese Überlegungen gelten unabhängig davon, ob die Online-Diskussion positiv, negativ oder gemischt ist.
Verwendung bei PreTrAIde
PreTrAIde führt nach den verfügbaren Produktangaben weder eine eigene Meme-Aktien-Klassifizierung noch eine Kennzahl zur Aktivität von Online-Beiträgen auf. Die Pre-Trade-Analyse untersucht stattdessen den vorgeschlagenen Aktienkorb anhand von Marktdaten, aktuellen Nachrichten zu den einzelnen Tickersymbolen und Analystenbewertungen. Die quantitative Ebene schätzt Geld-Brief-Spanne, Anteil am Tagesvolumen, Markteinfluss und tägliche Volatilität und bewertet Liquidität und Risiko.
Für jede Position und den gesamten Aktienkorb gibt PreTrAIde ein GO-, NO-GO- oder MODIFY-Urteil, eine modellgeschätzte Erfolgswahrscheinlichkeit, eine Risikoeinschätzung, eine vorgeschlagene Ausführungsstrategie und eine verständliche Begründung aus. Diese Urteile unterstützen die Entscheidungsfindung, sind aber keine Empfehlungen. PreTrAIde platziert keine Orders. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist weder eine Garantie noch eine Renditeprognose.
Häufige Fehler
- Die Bezeichnung mit einer Bewertung verwechseln: Online-Beliebtheit sagt für sich genommen wenig über Gewinne, Cashflow oder den Unternehmenswert aus.
- Handelsvolumen mit Liquidität gleichsetzen: Ein hohes Volumen garantiert weder eine enge Geld-Brief-Spanne noch eine ausreichende Stückzahl zum angezeigten Kurs für eine bestimmte Order.
- Annehmen, dass ein früherer Kurs ausführbar ist: Ein Screenshot oder der zuletzt gehandelte Kurs kann von den aktuellen Geld- und Briefkursen und einer tatsächlichen Ausführung abweichen.
- Annehmen, dass alle Kursbewegungen dieselbe Ursache haben: Neben Online-Diskussionen können auch Nachrichten, Leerverkaufsdynamiken und die allgemeine Marktlage eine Rolle spielen.
- Eine Risikoschätzung für Gewissheit halten: Historische Volatilität und Modellergebnisse schließen abrupte Kursbewegungen, Handelsunterbrechungen oder unerwartete Ausführungskosten nicht aus.