Was bedeutet das?
Wenn eine Aktie an einer Börse notiert ist, gehört diese Börse zu den Marktplätzen, an denen Kauf- und Verkaufsaufträge für die Aktie zusammengeführt werden können. Börsen legen Regeln für die Zulassung und den Handel fest und veröffentlichen Marktdaten. Die New York Stock Exchange, Nasdaq, Euronext, Xetra und die London Stock Exchange sind Beispiele für große Handelsplätze für Aktien.
Eine Börse ist nicht Ihr Broker. Sie erteilen Ihren Auftrag über einen Broker, der für dessen Weiterleitung und Ausführung zuständig ist. Außerdem sagt der Börsenplatz, an dem eine Aktie notiert ist, nicht zwangsläufig aus, wo ein konkreter Auftrag ausgeführt wird. Je nach Marktstruktur und Vereinbarungen mit dem Broker kann der Handel auch an anderen Börsen oder Handelsplätzen stattfinden.
Wie wird sie berechnet?
Eine Börse ist ein Marktplatz und keine Kennzahl. Daher gibt es keine Formel, mit der man sie berechnet. Ein nützlicher Wert beim Vergleich von Kursen ist die Geld-Brief-Spanne: Spanne = Briefkurs − Geldkurs. Der Briefkurs ist der niedrigste angezeigte Preis, zu dem jemand Aktien zum Verkauf anbietet; der Geldkurs ist der höchste angezeigte Preis, den jemand für Aktien zu zahlen bereit ist. Bei einer US-Aktie, deren Kurs in US-Dollar je Aktie angegeben ist, wird auch die Spanne in US-Dollar je Aktie ausgedrückt.
Ein Kurs ist eine Momentaufnahme und keine Zusage, dass ein vollständiger Auftrag zum angezeigten Geld- oder Briefkurs ausgeführt wird. Die verfügbaren Stückzahlen, Kursänderungen und Auftragsbedingungen spielen ebenfalls eine Rolle.
Rechenbeispiel
Angenommen, eine hypothetische US-Aktie ist an einer Börse notiert. Der angezeigte beste Geldkurs beträgt 49,98 US$ für 200 Aktien, der beste Briefkurs 50,00 US$ für 100 Aktien.
- Ziehen Sie den Geldkurs vom Briefkurs ab:
50,00 US$ − 49,98 US$ = 0,02 US$ je Aktie. - Wird ein hypothetischer Kaufauftrag über 100 Aktien vollständig zu 50,00 US$ ausgeführt, betragen die Kosten für die Aktien
100 × 50,00 US$ = 5.000 US$, ohne sonstige Kosten. - Zielt ein Auftrag dagegen auf 150 Aktien ab, geben die angezeigten 100 Aktien zu 50,00 US$ keinen Preis für die übrigen 50 Aktien vor. Der Kurs kann sich ändern, es kann weitere Liquidität geben oder der Auftrag wird nur teilweise ausgeführt.
Die Spanne beschreibt in diesem Beispiel die angezeigten Kurse. Sie ist weder eine Börsengebühr noch ein vollständiges Maß für die Ausführungskosten.
Warum ist das vor einem Trade wichtig?
Angaben zu Börsen und Handelsplätzen helfen dabei, einen Auftrag einzuordnen. Reguläre Handelszeiten, Eröffnungs- und Schlussauktionen, Handelsunterbrechungen, Mindestpreisabstände und Auftragsarten können beeinflussen, wann und wie ein Auftrag ausgeführt werden kann. Die Regeln unterscheiden sich je nach Markt. Deshalb können identische Auftragsanweisungen an verschiedenen Börsen unterschiedlich wirken.
Neben den Regeln des Handelsplatzes ist auch die Liquidität wichtig. Vergleichen Sie die angezeigte Geld-Brief-Spanne und verfügbare Stückzahl mit dem geplanten Auftrag. Bedenken Sie dabei, dass sich die angezeigte Liquidität ändern kann. Bei einem großen Auftrag im Verhältnis zum typischen Tagesumsatz kann außerdem der Markteinfluss relevant sein. Eine in einem Land notierte Aktie kann auch Währungsrisiken mit sich bringen, wenn das Konto in einer anderen Währung geführt wird.
Eine Prüfung vor dem Trade berücksichtigt diese Einschränkungen, bevor ein Auftrag erteilt wird. Sie kann weder einen künftigen Ausführungskurs bestimmen noch das Ausführungsrisiko ausschließen.
So nutzt PreTrAIde den Begriff
PreTrAIde bietet Analysen vor dem Trade für Aktien an US-Märkten und großen europäischen Börsen, darunter Euronext Paris, Xetra und die London Stock Exchange. Nutzer stellen einen Korb mit Kauf- oder Verkaufsseite, Stückzahl und Ausführungsbedingungen für jede Aktie zusammen. Bevor ein Auftrag erteilt wird, analysiert PreTrAIde den Korb und gibt für den gesamten Korb und jede einzelne Position ein Urteil ab: GO, NO-GO oder MODIFY – jeweils mit einer verständlichen Begründung.
Die quantitative Analyse schätzt unter anderem Geld-Brief-Spanne, Anteil am Tagesumsatz und Markteinfluss. Diese Werte dienen der Entscheidungsunterstützung und sind keine ausführbaren Kurse. PreTrAIde empfängt, übermittelt oder führt keine Aufträge aus. Nutzer handeln über ihre eigenen Broker.
Häufige Fehler
- Börse und Broker verwechseln: Die Börse betreibt einen Marktplatz; der Broker wickelt den Auftrag des Kunden ab.
- Notierungsplatz mit Ausführungsplatz gleichsetzen: Ein Auftrag kann an einem anderen Handelsplatz ausgeführt werden als an der Börse, an der die Aktie notiert ist.
- Annehmen, ein angezeigter Kurs garantiere die Ausführung: Kurs und verfügbare Stückzahl können sich vor der Ausführung ändern.
- Die Geld-Brief-Spanne als Gesamtkosten betrachten: Weitere Kosten und Markteinfluss können hinzukommen.
- Handelszeiten und Unterbrechungen ignorieren: Eine Aktie kann zwar notiert sein, aber gerade nicht regulär gehandelt werden.